Ich muss zugeben, als Steve Jobs das iPad vorstellte war ich erst mal enttäuscht. Keine großen technischen Revolutionen, keine Kamera, keine Spracherkennung oder Handschriftenerkennung – eigentlich nur ein größeres IPhone.
Und auch in allen Medien hagelte es gleich massenhaft Kritik über all das was das IPad nicht hat oder nicht kann.
Aber hey .. Apple ist Apple, und deren erste Kunst ist nun mal die Konzentration auf das Wesentliche, das Weglassen, die Vereinfachung der Dinge. Und unter diesen Gesichtspunkten betrachtet hat das IPad in meinen Augen schon das Potential die Welt zu verändern. Wie schon das IPhone zuvor kann es zwar längst nicht alles, aber was es kann funktioniert einfach und perfekt.
Wer braucht so ein Teil überhaupt? Diese Frage habe ich mir anfangs auch gestellt. Aber genauer betrachtet ist die Zielgruppe riesig. Beispiele:
1. Typische Familie mit Kindern – Kinder haben einen Gaming PC, evt. auch noch eine Spielekonsole, Daddy hat einen “richtigen” PC und vielleicht noch ein IPhone. Was fehlt? Genau ein IPad: Damit geht Mutti schnell mal ins Internet für Rezepte, Daddy verschickt abends von der Couch aus noch ein paar Mails, die Kinder spielen damit ein paar Games aus dem App Store, hören Musik oder schauen einen Film in HD aus dem ITunes Store. Morgens checkt man schnell noch das Wetter oder die Aktienkurse. Nebenbei kann man auch noch einen Blick in die Bildzeitung etc. werfen. Und abends gönnt man sich noch in Ruhe ein eBook aus dem Bookstore. Ach ja, was läuft den gerade im Fernsehen, ein Klick auf dem iPad und eine App zeigt die Programmvorschau.
2. Älteres Ehepaar ohne bzw. mit geringer PC Erfahrung – möchte eigentlich nur ab und zu mal etwas im Internet surfen und “EMail” ausprobieren. Fotos anschauen wäre auch noch ganz nett. Brauchen die noch einen PC oder ein Netbook? Nein, all das funktioniert mit dem IPad und die Bedienung klappt auch ohne einen Computerkurs für Senioren.
3. Junge Leute in der Ausbildung oder im Studium – Das IPad ist kleiner und leichter als manches Buch und kann leicht mitgenommen werden. Zugriff auf ITunes U Inhalte, das Internet und tausende eBooks immer dabei. Notizen, Zeichnungen, Texte, Tabellen und Grafiken (mit iWork) können unterwegs einfach erstellt und editiert werden. In der Pause ist die Musik und Videosammlung dabei und wer lieber was lesen möchte greift in sein virtuelles Bücherregal.
Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Anwendungsmöglichkeiten fallen mir ein. Alleine schon, daß das IPad sofort startet, daß die Anwendungen in Sekunden verfügbar sind, ist schon ein massiver Vorteil gegenüber PC oder Notebook. Eine extrem lange Standby Zeit, optimale Bedienbarkeit, eine tolle Optik und der Zugriff auf hundertausende von Apps, Musiktitel, Filme und eBooks kommen noch dazu.
Das IPad wird ein Erfolg, weil Apple einfach weiter denkt und neue Wege geht. Das IPad soll und kann weder einen Computer noch das IPhone vollständig ersetzen (diese will Apple ja schließlich zusätzlich auch noch verkaufen). Aber es erschließt neue Anwendungsgebiete. Wenn Apple den eingeschlagenen Weg konsequent weiter geht, wird es zukünftig bei der täglichen Arbeit neben den “Standard PC Betriebssystemen” noch ein weiteres etabliertes “Apple Betriebssystem” geben und das IPad in Millionen von Wohnzimmern zu finden sein.
Bravo Apple, bravo Steve Jobs .. das ist echte Innovation und dafür zahle ich gerne auch mein Geld. Wenn mich nicht alles täuscht, wird das IPad mein neues “Lieblingsspielzeug” – sogar noch vor dem IPhone.
